Marcel Schiller Versum

Songcheck | ESC 2018 – 1. Halbfinale

Am Dienstag, 8. Mai 2018 startet die diesjährige Saison des Eurovision Song Contest in Lissabon. Im 1. Halbfinale treten die ersten 19 Länder an, einen der 10 begehrten Tickets für das Große Finale am Samstag zu bekommen. Im vergleich zum zweiten Halbfinale sind hier zahlreiche starke Songs vertreten, die einem am Donnerstag irgendwie fehlen. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen meiner Einschätzungen.

#01 Aserbaidschan

X My Heart
Aisel

 

Aserbaidschan sendet in diesem Jahr einen Song nach Lissabon, der im Vergleich zu den letzten Jahren hinterher steht und auch von anderen Ländern kommen könnte. Klingt wie ein Lied, das man schon irgendwo einmal gehört hat. Leider nichts besonderes in diesem Jahr.

#02 Island

Our Choice
Ari Ólafsson

 

Der Schwiegersohn des Jahres tritt für Island an. Verblüffend langweilig kommt dieses kitschige Lied daher. Dazu fällt mir nur ein, dass der kleine Ai aus dem Kinderparadies abgeholt werden möchte.

#03 Albanien

Mall
Eugent Bushpepa

 

Ein Lied, das meine Seele berührt. Albaninen schickt in diesem Jahr ein sehr ansprechendes rockpop Lied. Ein Platz in meiner Playlist hat es bereits gefunden.

#04 Belgien

A Matter of Time
Sennek

 

Die (vermeintlichen) Fachkreise finden dieses Lied wunderbar. Das Lied aus Belgien ist wieder etwas distanzierter und passt so sehr gut in die Songs der letzten Jahre. Ich kann den Song nicht mehr hören – er geht mir auf die Nerven.

#05 Tschechien

Lie To Me
Mikolas Josef

 

Tschechien schickt in diesem Jahr einen sehr modernen Song. Es ist sehr funkig und wird von einem charismatischen Sänger präsentiert wird. Ein sehr guter Song, der ganz vorne mitspielen kann. Dazu kann man tanzen – muss man auf der Bühne auch, sonst wird das nichts.

#06 Litauen

Wehen We’re Old
Ieva Zasimauskaitė

 

Hier schieden sich die Geister: Die einen finden den ruhigen Song sehr schön (wie ich) – anderen geht er nur auf die Nerven. Insgesamt wird er bei diesem starken Halbfinale aber untergehen.

#07 Israel

Toy
Netta Barzilai

 

In Fankreisen und den Wettbüros zählt Netta aus Israel zur diesjährigen Favoritin. Sie hat eine enorme Bühnenpräsenz und kann zu einer ESC-Ikone werden. Stellen Sie sich auf unkonventionelle Geräusche aus dem Hühnerstall ein. Auch wird erstmalig auf der ESC-Bühne ein Loop-Gerät eingesetzt.

#08 Weißrussland

Forever
ALEKSEEV

 

Ein schwacher Song kommt aus Weißrussland. Der Sänger ist einer dieser Sunnyboys – mit einem leeren Blick. Der Song musste vor dem ESC noch umgeschrieben werden und hat dadurch deutlich an Energie verloren: Ein klassischer Fall von Verschlechtbesserung. Live ist er nicht gerade ein herausragender Sänger. Dazu kommt, dass die Platzierung direkt hinter Israel nicht gerade förderlich sein wird.

#09 Estland

La forza
Elina Netšajeva

 

Oper meets ESC. Naja – damit fällt man schon einmal außer der Reihe. Und auch hier scheiden sich die Geister. Als Pro-Punkte können eine gute Melodie und die Bewunderung für das stimmliche Talent genannt werden. Ich als freund der klassischen Musik kann damit allerdings nichts anfangen – der Song löst bei mir Aggressionen aus.

#10 Bulgarien

Bones
Equinox

 

Bulgarien ist das neue Schweden. Das hohe Niveau der letzten Jahre gibt es auch in diesem Jahr wieder. Der Song vermittelt eine geheimnisvolle Stimmung, die Lust auf mehr macht. Mir ist aufgefallen, dass er ähnlich wie der Beitrag Sekeletons im letzten Jahr klingt.

#11 Mazedonien

Lost and Found
Eye Cue

 

Ein vielseitiger Sound mit einer prägnanten Stimme, die sich einprägt. In dem Song stecken eigentlich 3 Lieder, die für sich schon spannend wären – hier nun alles zusammen in 3 Minuten. Ob das die große Zustimmung findet, wird man sehen – die Stilwechsel schmecken nicht jedem, musss man aber auch nicht essen, nur hören.

#12 Kroatien

Crazy
Franka Batelić

 

Einer der diesjährigen Beiträge für die Toilettenpause schickt Kroatien ins Rennen. Ein sehr düsterer Song, der mich nicht erreicht. Der Titel lässt vermuten, dass etwas passiert – tut es aber nicht.

#13 Österreich

Crazy
Franka Batelić

 

Ein mitreißender Groove, der mich überwältigt hat. Sobald der Background-Chor einsetzte, war es geschehen. Ein Lied, das mir Spaß macht und bereits den Weg in meine Playlist gefunden hat. Definitiv einer meiner Lieblinge in diesem Jahr.

#14 Griechenland

Oneiro Mou
Yianna Terzi

 

Der Song erinnert mich an den Beitrag von Spanien in 2015 erinnert. Da möchte man rufen „Drama Baby!“. Die einen lieben das Lied, die anderen können damit nichts anfangen. Naja, nächstes Lied.

#15 Finnland

Monsters
Saara Aalto

 

Diesen Song hat man schon oft im Radio von anderen Interpreten gehört und ist damit so gar nicht einzigartig. Mal sehen, ob er sich durch die Live-Performance abheben kann.

#16 Armenien

Qami
Sevak Khanagyan 

 

Armenien schickt in diesem Jahr einen ruhigen und intensiven Song, der gerade am Ende zu explodieren scheint. Leider etwas zu spät, wodurch der Song nicht mehr als Mittelmaß ist.

#17 Schweiz

Stones
ZiBBZ

 

Da hat die Schweiz einmal etwas abgeliefert, dass sich sehen lassen kann. Ein Lied voller Energie, wobei irgendwie die Handbremse angezogen ist. Es erinnert mich von der Art an Black Smoke.

#18 Irland

Together
Ryan O’Shaughnessy

 

Eines meiner Lieblingslieder in diesem Jahr. Man fühlt bei dem Lied mit und möchte teilweise auch mittanzen. Die ruhige Art bleibt in Erinnerung.

#19 Zypern

Fuego
Eleni Feureira

 

Zypern schickt ein Lied, das genauso gut auch aus Griechenland kommen könnte. Und das kommt es in der Tat – die Sängerin ist Griechin. Insgesamt ein gutes Partylied, das man gerne im Sommer hört. Das Video zeigt viel Haut, dass von der eher durchschnittlichen Stimme der Sängerin abzulenken versucht.

Wer kommt ins Finale?

Nach meiner Einschätzung werden sich folgende Länder für das Finale qualifizieren:

  • Albanien
  • Tschechien
  • Israel
  • Estland
  • Bulgarien
  • Mazedonien
  • Österreich
  • Finnland
  • Cypern
  • Irland

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